30.10.2019: Wasserfälle und Vanille
Früh morgens ging es auf der Küstenautobahn entlang in Richtung Cirque de Salazie.

Auf dem Weg Richtung Cirque de Salazie habe ich einen kurzen Halt in St. Denis gemacht.

Im Garten gibt es verschiedene Porträts. Unter anderem eines mit einem Dodo. 😍

Weiter auf der Rue de Paris.









Blick auf das große Autobahnprojekt.

Die erste Euro-Transaktion 2002 fand damals übrigens auf La Réunion - als östlichster Teil der Europäischen Union - statt. Gekauft wurde ein Pfund Litschi.
Und weiter in den Cirque de Salazie, die nordöstliche Caldera des Piton des Neiges. Der Talkessel erhält ebenfalls viel Niederschlag und zeichnet sich durch eine dichte Vegetation und zahlreiche Wasserfälle aus.


Nester der Webervögel.

„Notre Dame“ von Salazie.

Links ist der bekannte Brautschleier-Wasserfall. Toll.

Begonien wachsen hier in Büschen.

Hell-Bourg ist ein kleines Dorf in der Gemeinde von Salazie. Der Ort befindet sich etwa 930 Meter über dem Meeresspiegel. Hell-Bourg ist seit 1999 als eines der Plus beaux villages de France (schönste Dörfer Frankreichs) klassifiziert. Nachdem Europäer in den 1830er Jahren Thermalquellen in der Nähe des späteren Dorfes entdeckten, wurde Hell-Bourg als kleiner, aber wohlhabender Kurort gegründet. Entgegen vielen Berichten dieser Zeit waren die Quellen sowohl Sklaven als auch Einheimischen schon seit längerem bekannt gewesen. Urkundlichen Aufzeichnungen zufolge sollen diese bereits von leprakranken Sklaven zur Heilung benutzt worden sein. 1839 begannen die kolonialen Behörden mit dem Bau eines Hotels für Kurgäste. Ein an die Quellen angeschlossenes Lazarett konnte 1857 fertiggestellt werden. 1890 schließlich erhielt das Dorf Anschluss an eine befahrbare Straße. Nach Entdeckung der Thermalquellen folgten mehrere Villen im Kreolen-Stil für reiche Einzelpersonen. Die Thermalbäder wurden zum Urlaubsort für reiche Vanille-Plantage-Besitzer vom Osten der Insel. Später sank die Temperatur der Thermalquellen und 1948 wurden die Quellen infolge eines Zyklons blockiert. Danach siedelten ärmere Bauern im Ort an. Mit einer Kostenbeteiligung der Europäischen Union wurden etwa 26 der traditionellen kreolischen Villen restauriert.



















Kurzer Halt bei einer Vanille-Plantage.

Der Bauer nebendran.



Papaya.

Mango. 🥭

Im Hintergrund Zuckerrohr, vorne Ananas. 🍍

Auffahrt zur Plantage.

Geschichte zur Vanille-Plantage.

Auf der Vanille-Plantage kommt man sich fast wie auf einem Weingut vor.

Vanille, auch bekannt als „die Königin der Gewürze“, hat einen warmen, süßen Duft und ein intensives Aroma. Die schwarzbraunen, biegsamen und flachen Vanilleschoten sind etwa 20 Zentimeter lang. Sie sind die fermentierten Kapselfrüchte der Vanillepflanze, einer zartgelb blühenden Kletterorchidee. Es gibt etwa 110 verschiedene Arten der Gattung Vanilla, 15 von ihnen liefern die aromatischen Kapseln. Die wichtigste Art zur Erzeugung des Vanillegewürzes ist die Gewürzvanille, Vanilla planifolia. Ihren Ursprung hat Vanille in Mexiko. Dort schätzte man das Gewürz als cacixanatl (aztekisch für „tiefgründige Blume“) schon lange bevor die Spanier 1519 Mexiko eroberten. Vanille galt als Kostbarkeit, sie wurde sogar als Zahlungsmittel genutzt. Von Mexiko aus fand das Gewürz als „Vanille“, in Anlehnung an das spanische Wort vaina („Schötchen“), seinen Weg über Spanien nach Europa. Es war ein Luxusgut, auf das Spanien das Monopol hatte. Auf die illegale Ausfuhr der Vanillepflanze stand die Todesstrafe. Während der mexikanischen Unabhängigkeitsbewegung ab 1810 kamen Stecklinge der Pflanze nach Antwerpen und Paris. Die Niederländer pflanzten Vanille in ihren Kolonien auf Java, die Franzosen auf La Réunion, das damals Île Bourbon hieß und namensgebend für die Bourbonvanille war. Da die mexikanischen Bestäuber wie die Biene Melipona oder der Kolibri fehlten, musste in den neuen Anbaugebieten künstlich bestäubt werden. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wird Vanille hauptsächlich auf Madagaskar angebaut. Die aufwendige Gewinnung von Vanille braucht Geduld. Bis die Pflanze zum ersten Mal Früchte trägt, dauert es vier Jahre. Die Kletterorchidee wächst an Bäumen und Pfählen empor, ihre Ranken müssen regelmäßig beschnitten werden, damit die Vanille nicht zu stark wuchert. Einige Wochen lang ist Blütezeit - aber nur wenige Stunden am Vormittag blüht die Orchidee. In dieser kurzen Zeitspanne muss sie mit einem Bambusstäbchen künstlich bestäubt werden. Etwa ein halbes Jahr später werden die fast noch grünen Schoten kurz vor der Reife geerntet. In diesem Zustand haben die Früchte noch nicht das charakteristische Aroma und den Geschmack. Erst die sogenannte Schwarzbräunung macht Vanille zu dem hocharomatischen Gewürz. Es ist ein zeit- und arbeitsintensives Verfahren, bei dem die Kapselfrüchte heißwasser- oder wasserdampfbehandelt werden. Die anschließende Fermentation erfolgt in luftdichten Behältern; bis die Fruchtkapseln zu den bekannten schwarzbraunen Vanillestangen schrumpfen und sich feine Glukosenadeln auskristallisieren. Die ungleichmäßig auf der Schotenoberfläche verteilten Kristalle sind ein Qualitätsmerkmal.

Die Vanilleschoten.



Das sind die teureren Pflanzen, die klassische Bourbonvanille. Wie das duftet. 😍




Nach der Ernte wird die Vanilleschote bei 60 Grad im Wasser weiterbehandelt.

Im Anschluss müssen die Vanilleschoten getrocknet werden.

Danach werden die Schoten der Länge nach sortiert.



Lecker Vanilleeis. 🍦

Flughafen Roland Garros.

Die französische Anti-Terror-Einsatz-Truppe ist im Einsatz.


Und endlich raus aus dem Epidemiegebiet. 🦟

Da ist der kleine Vogel. ✈️

Ob ich die Air Mauritius, die ebenfalls nach Mauritius fliegt, noch einhole?



Die Küste von La Réunion.

Blick auf den Piton de la Fournaise, der jetzt wieder schlummert. Bis zum nächsten Mal. 🌋

Blick auf den Le Morne Brabant.



Lang lebe die Bürokratie. 📝

Gesundheitskontrolle bei der Einreise. Mit Messen der Körpertemperatur. 🌡

Nach einer guten Stunde Fahrt bin ich im Hotel angekommen. Nett.



Indischer Abend im Restaurant.

Sehr lecker!


Ich hatte euch ja darüber berichtet, dass die Autobahn hier aufgrund der Erdrutschgefahr in Zusammenhang mit den verschiedenen Lavaschichten verlegt wird.
Vor der Inselhauptstadt St. Denis verläuft ein kilometerlanger Abschnitt, der der Insel vorgelagert ist. Gebaut wird seit 2015. 2021 soll es fertig sein.
Auf dem Weg Richtung Cirque de Salazie habe ich einen kurzen Halt in St. Denis gemacht.
Ein kleiner Spaziergang durch den botanischen Garten, mit tollen Lotuspflanzen.
Im Garten gibt es verschiedene Porträts. Unter anderem eines mit einem Dodo. 😍
Die Geschichte des Dodo ist eigentlich ziemlich traurig und ich finde es schade, dass es ihn nicht mehr gibt. 😔
Der Dodo war ein etwa einen Meter großer, flugunfähiger Vogel, der ausschließlich auf der Insel Mauritius im indischen Ozean vorkam. Der Dodo ernährte sich von vergorenen Früchten und nistete auf dem Boden. Die Forschung geht davon aus, dass die Spezies um 1690 ausstarb. Aus Berichten weiß man, dass der Dodo ein blaugraues Gefieder, einen etwa 23 Zentimeter langen, schwärzlichen, gebogenen Schnabel mit einem rötlichen Punkt sowie kleine Flügel hatte, die ihn nicht zum Fliegen befähigten. Weiterhin bildete ein Büschel gekräuselter Federn den Schwanz und der Vogel legte gelbe Eier. Dodos waren relativ groß und wogen über 20 Kilogramm. Auch wegen seiner schwachen Brustmuskulatur konnte der Dodo nicht fliegen. Das war auch nicht nötig, da er auf Mauritius keine Fressfeinde hatte. Traditionell hat man vom Dodo die Vorstellung eines massigen, plumpen und unbeholfenen Vogels. 1690 berichtete der Engländer Benjamin Harry zum letzten Mal von einem Dodo auf Mauritius. Hauptgrund für das Aussterben der Art dürften eingeschleppte Ratten sowie eingeführte und verwilderte Haustiere gewesen sein und hier vor allem Schweine und Affen, welche die Gelege der bodenbrütenden Vögel zerstörten, indem sie ihre Eier fraßen. Da der Dodo ursprünglich keine Feinde besaß, verfügte er über kein Flucht- oder Verteidigungsverhalten. Die Zutraulichkeit des Dodo und die Flugunfähigkeit machten ihn auch für Menschen zu einer leichten Beute.
Weiter auf der Rue de Paris.
Blick auf das große Autobahnprojekt.
Die erste Euro-Transaktion 2002 fand damals übrigens auf La Réunion - als östlichster Teil der Europäischen Union - statt. Gekauft wurde ein Pfund Litschi.
Und weiter in den Cirque de Salazie, die nordöstliche Caldera des Piton des Neiges. Der Talkessel erhält ebenfalls viel Niederschlag und zeichnet sich durch eine dichte Vegetation und zahlreiche Wasserfälle aus.
Nester der Webervögel.
„Notre Dame“ von Salazie.
Links ist der bekannte Brautschleier-Wasserfall. Toll.
Begonien wachsen hier in Büschen.
Hell-Bourg ist ein kleines Dorf in der Gemeinde von Salazie. Der Ort befindet sich etwa 930 Meter über dem Meeresspiegel. Hell-Bourg ist seit 1999 als eines der Plus beaux villages de France (schönste Dörfer Frankreichs) klassifiziert. Nachdem Europäer in den 1830er Jahren Thermalquellen in der Nähe des späteren Dorfes entdeckten, wurde Hell-Bourg als kleiner, aber wohlhabender Kurort gegründet. Entgegen vielen Berichten dieser Zeit waren die Quellen sowohl Sklaven als auch Einheimischen schon seit längerem bekannt gewesen. Urkundlichen Aufzeichnungen zufolge sollen diese bereits von leprakranken Sklaven zur Heilung benutzt worden sein. 1839 begannen die kolonialen Behörden mit dem Bau eines Hotels für Kurgäste. Ein an die Quellen angeschlossenes Lazarett konnte 1857 fertiggestellt werden. 1890 schließlich erhielt das Dorf Anschluss an eine befahrbare Straße. Nach Entdeckung der Thermalquellen folgten mehrere Villen im Kreolen-Stil für reiche Einzelpersonen. Die Thermalbäder wurden zum Urlaubsort für reiche Vanille-Plantage-Besitzer vom Osten der Insel. Später sank die Temperatur der Thermalquellen und 1948 wurden die Quellen infolge eines Zyklons blockiert. Danach siedelten ärmere Bauern im Ort an. Mit einer Kostenbeteiligung der Europäischen Union wurden etwa 26 der traditionellen kreolischen Villen restauriert.
Kurzer Halt bei einer Vanille-Plantage.
Der Bauer nebendran.
Papaya.
Mango. 🥭
Im Hintergrund Zuckerrohr, vorne Ananas. 🍍
Auffahrt zur Plantage.
Geschichte zur Vanille-Plantage.
Auf der Vanille-Plantage kommt man sich fast wie auf einem Weingut vor.
Vanille, auch bekannt als „die Königin der Gewürze“, hat einen warmen, süßen Duft und ein intensives Aroma. Die schwarzbraunen, biegsamen und flachen Vanilleschoten sind etwa 20 Zentimeter lang. Sie sind die fermentierten Kapselfrüchte der Vanillepflanze, einer zartgelb blühenden Kletterorchidee. Es gibt etwa 110 verschiedene Arten der Gattung Vanilla, 15 von ihnen liefern die aromatischen Kapseln. Die wichtigste Art zur Erzeugung des Vanillegewürzes ist die Gewürzvanille, Vanilla planifolia. Ihren Ursprung hat Vanille in Mexiko. Dort schätzte man das Gewürz als cacixanatl (aztekisch für „tiefgründige Blume“) schon lange bevor die Spanier 1519 Mexiko eroberten. Vanille galt als Kostbarkeit, sie wurde sogar als Zahlungsmittel genutzt. Von Mexiko aus fand das Gewürz als „Vanille“, in Anlehnung an das spanische Wort vaina („Schötchen“), seinen Weg über Spanien nach Europa. Es war ein Luxusgut, auf das Spanien das Monopol hatte. Auf die illegale Ausfuhr der Vanillepflanze stand die Todesstrafe. Während der mexikanischen Unabhängigkeitsbewegung ab 1810 kamen Stecklinge der Pflanze nach Antwerpen und Paris. Die Niederländer pflanzten Vanille in ihren Kolonien auf Java, die Franzosen auf La Réunion, das damals Île Bourbon hieß und namensgebend für die Bourbonvanille war. Da die mexikanischen Bestäuber wie die Biene Melipona oder der Kolibri fehlten, musste in den neuen Anbaugebieten künstlich bestäubt werden. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wird Vanille hauptsächlich auf Madagaskar angebaut. Die aufwendige Gewinnung von Vanille braucht Geduld. Bis die Pflanze zum ersten Mal Früchte trägt, dauert es vier Jahre. Die Kletterorchidee wächst an Bäumen und Pfählen empor, ihre Ranken müssen regelmäßig beschnitten werden, damit die Vanille nicht zu stark wuchert. Einige Wochen lang ist Blütezeit - aber nur wenige Stunden am Vormittag blüht die Orchidee. In dieser kurzen Zeitspanne muss sie mit einem Bambusstäbchen künstlich bestäubt werden. Etwa ein halbes Jahr später werden die fast noch grünen Schoten kurz vor der Reife geerntet. In diesem Zustand haben die Früchte noch nicht das charakteristische Aroma und den Geschmack. Erst die sogenannte Schwarzbräunung macht Vanille zu dem hocharomatischen Gewürz. Es ist ein zeit- und arbeitsintensives Verfahren, bei dem die Kapselfrüchte heißwasser- oder wasserdampfbehandelt werden. Die anschließende Fermentation erfolgt in luftdichten Behältern; bis die Fruchtkapseln zu den bekannten schwarzbraunen Vanillestangen schrumpfen und sich feine Glukosenadeln auskristallisieren. Die ungleichmäßig auf der Schotenoberfläche verteilten Kristalle sind ein Qualitätsmerkmal.
Die Vanillepflanzen.
Die Vanilleschoten.
Das sind die teureren Pflanzen, die klassische Bourbonvanille. Wie das duftet. 😍
Nach der Ernte wird die Vanilleschote bei 60 Grad im Wasser weiterbehandelt.
Im Anschluss müssen die Vanilleschoten getrocknet werden.
Danach werden die Schoten der Länge nach sortiert.
Der Größe nach werden die Schoten in der Größe entsprechenden Teakholz-Truhen weiter aufbewahrt. Das Teakholz spielt hierbei die entscheidende Rolle, wenn es nach den „Vanille-Bauern“ geht.
Lecker Vanilleeis. 🍦
Flughafen Roland Garros.
Französischer Hochsicherheitstrakt.
Die französische Anti-Terror-Einsatz-Truppe ist im Einsatz.
Und endlich raus aus dem Epidemiegebiet. 🦟
Nichts passiert. 👍🏻
Im Flieger wurde dann auch - wie auf dem Flug zu den Seychellen - Insektenschutzmittel rumgesprüht, dass auch ja alle Mücken abtötet und nichts nach Mauritius mitkommt.
Da ist der kleine Vogel. ✈️
Ob ich die Air Mauritius, die ebenfalls nach Mauritius fliegt, noch einhole?
Nein, Verspätung. 😴
Die Küste von La Réunion.
Blick auf den Piton de la Fournaise, der jetzt wieder schlummert. Bis zum nächsten Mal. 🌋
Blick auf den Le Morne Brabant.
Grob in der Umgebung liegt mein nächstes Hotel.
Lang lebe die Bürokratie. 📝
Dieses Mal ist immerhin Dodo mit dabei. 😍
Gesundheitskontrolle bei der Einreise. Mit Messen der Körpertemperatur. 🌡
Nach einer guten Stunde Fahrt bin ich im Hotel angekommen. Nett.
Indischer Abend im Restaurant.
Sehr lecker!
Wie immer, wenn es indisch gibt.
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