28.10.2019: Feuriger Piton de la Fournaise

Das Hotel ist schön. Der Strand sieht auch toll aus. 
Wäre da nur nicht dieses eine Thema.. Haiangriffe. 🦈

Die Insel La Réunion hat lediglich an einem kleinen Küstenabschnitt bei St. Gilles-les-bains das Glück, ein Korallenriff zu haben. Das bedeutet, dass dort die einzigen Badestrände der gesamten Insel sind. Allerdings wird das Korallenriff aufgrund der Hafenzufahrt durchbrochen. Daher gab es in der Vergangenheit leider auch hier Haiangriffe, wenn die Haie zum Beispiel den Fischerbooten nach ihrem Fang hinterherschwimmen und auf die Fischabfälle spekulieren. 
Haie sehen relativ schlecht, daher ist es ein Märchen, wenn es heißt, dass ein Surfer mit seinem Surfbrett von unten aussieht wie eine Robbe. 
Es gibt mehrere Ansätze, warum es insbesondere hier zu häufigeren Haiangriffen als auf Hawaii kommt. 
Zum einen eben das fehlende Riff, zum anderen auch die bereits erwähnten Fischerboote, denen sie hinterherschwimmen. 
Hinzukommt, dass Forscher in den letzten Jahren festgestellt haben, dass sich gegen Ende des Sommers das Meer aufgrund von warmen Strömungen immer mehr aufheizt, also eine deutlich höhere Wassertemperatur messbar ist, und dass das die Haie aggressiver macht, weil sie gestresster und hungriger sind. Prinzipiell gehören die Menschen nicht zum Lieblingsessen der Haie, da wir Menschen, neben einer bestimmten Büffelart, das am schlecht schmeckendste Fleisch haben, so dass man schon sagen kann, dass es sich eigentlich um eine Verzweiflungstat der Haie handelt, wenn sie einen Menschen angreifen. Deswegen gibt es oftmals auch nur Bein- oder Armabrisse. Nicht selten dennoch aber mit Todesfolge.
Und man konnte einen Zusammenhang herstellen zwischen der zur Touristenattraktion gewordenen Haifütterung im Käfig und der Haiangriffe in diesen Gegenden. Haie verbinden dadurch vermutlich unseren Geruch mit dem von Fisch und finden uns daher dann doch irgendwie interessant.
Ein Haiangriff läuft meist nach einem bestimmten Schema ab: Der Hai streift sein potentielles Opfer. Da die Haut des Haies sehr rau ist, lösen sich beim potenziellen Opfer (Haut-)Teile, die der Hai dann einordnet. 
An einzelnen Stellen am Strand gibt es Hainetze, wie beispielsweise an meinem Strand. Aber das Hainetz in Boucan Canot hatte auch schon Löcher und bietet also nicht unbedingt den gewollten Schutz. Oder es gibt natürliche Pools.
Badet man an einer anderen Stelle und wird von der Patrouille (!) erwischt, wird man verhaftet und erhält eine hohe Geldstrafe. Es ist schlichtweg verboten.
Wenn man unter dem Aspekt bedenkt, dass eigentlich keiner an ungeschützten Stellen baden sollte und es dennoch im Durchschnitt zwei Haiangriffe im Jahr gibt, ist das viel.

Der Lebensstandard auf La Réunion entspricht zu 85% dem des Mutterlandes. Ein Leben hier ist für Franzosen durchaus erstrebenswert. Es ist alles friedlich, geordnet.. Es gab zwar auch ein paar Gelbwestendemonstrationen, aber insgesamt ist dieses Überseedépartement sehr stabil. Viele Politiker oder Beamte bemühen sich sehr darum, dass hier alles schön und geregelt ist, weil La Réunion insbesondere bei dieser Bevölkerungsgruppe sehr beliebt als Altersruhesitz ist. Daher wird hier auch mal etwas genehmigt, was im Mutterland nicht möglich wäre.

Mein Hotel:


Der Strand vor meinem Hotel. 🦈





Es wirkt alles so vertraut. ☺️



Ausblick auf die Berge.



Auch gibt es eine tolle Pflanzenwelt.



Die Stadtteile der Städte haben keinen bestimmen Namen, sondern sind in Ziffern aufgeteilt.
Hier ein Metzger aus „17“.



Im Supermarkt.



Das Kfz-Kennzeichen mit der Region.



Auf dem Weg in Richtung Vulkan Piton de la Fournaise kommt man sich zeitweise wie im Allgäu vor. Auf den Wiesen grasen die Kühe.
Man muss aber dazu sagen, dass der Käse hier vom Mutterland eingeflogen wird.





Knapp in den Wolken versteckt sich der Piton des Neiges, der höchste Berg der Insel (3.070 m). Letztlich ist bzw. war dieser Berg ebenfalls ein Vulkan.



Die Landschaft wird immer kärger.





Hier sieht es aus wie auf dem Mond.





Und hier ist er: der Piton de la Fournaise (2.632 m).
Der Piton de la Fournaise ist vor 380.000 Jahren an der Südseite des Piton des Neiges entstanden und ist einer der aktivsten Vulkane der Erde. Seit 1950 wurden 47 Eruptionen registriert, seit 1640 finden sich Hinweise auf fast 180 Ausbrüche. 
Am Freitag war er ausgebrochen. Es bildeten sich zwei Lavaströme, die in der Vegetation lediglich zu kleineren Bränden führten.
Aufgrund des jüngsten Ausbruchs war die Zufahrt bis gestern gesperrt.





Die kleinen Erhebungen an der linken und rechten Seite sind die Stellen, an denen er in den letzten Jahren ausgebrochen ist.













Der geplante Abstieg in die Caldera war nicht möglich, denn diese ist immer noch gesperrt, weil man nicht weiß, wie es weiter geht.







Also bin ich so ein wenig am Rand der Abbruchkante gewandert.







Der kleine, helle Krater, der auch auf dem oberen Bild zu sehen ist, ist der Teil des Vulkans, der am Freitag aktiv war. 🌋



Blick über die Caldera. Wahnsinn.





Das ist wie gesagt der zuletzt aktive Vulkanteil.



Lava, Lava, Lava. 









Dort stand ich vorhin. 👍🏻
Und hinten dran kommt dann irgendwann das Meer.
Wenn der Vulkan ausbricht und sich Lavaströme bilden, fließen die in aller Regel ins Meer.



Die beste Fanta gibt es immer im Ausland. 



Auf der Rückfahrt vom Vulkan.











Kurzer Halt im Vulkanmuseum.



Der Ursprung der Insel ist ja der Piton des Neiges. Dieser Vulkan erhebt sich mehr als 7.000 m über dem Meeresgrund und hat an seiner Basis einen Umfang von 800 km. Damit ist er einer der größten Vulkane der Erde. Es wird vermutet, dass der Piton des Neiges einmal eine Höhe von 4.300 m hatte. Seine heutige Höhe hat er durch strombolianische Ausbrüche, Explosionen und intensive Erosion erhalten. Im Gegensatz zum deutlichen jüngeren, noch aktiven Piton de la Fournaise ist er bereits vor ungefähr 12.000 Jahren erloschen - unterm Strich weiß man aber dennoch nicht, ob es irgendwann nicht doch wieder zu einem Ausbruch kommt, weil sich der darunter liegende Hotspot verschiebt.
Aufgrund der vielen vergangenen Ausbrüche und der daraus resultierenden Lavaschichten wird dies bei Starkregen bzw. beim Monsun inzwischen zu einem echten Problem, da es zu Erdrutschen kommen kann. Deshalb wird die Autobahn im Nordwesten derzeit neu gebaut, nämlich auf Trassen in Richtung / über dem Meer.
Dieses Problem stellen die Franzosen bildlich an einem flans au caramel dar. 🤭



In der oberen Inselhäfte sieht man relativ mittig den Piton des Neiges und die drei Cirques außenrum (jeweils eine Caldera). In der unteren Inselhälfte liegt der Piton de la Fournaise. Hier haben die Vulkanforscher die Befürchtung, dass er irgendwann mal so stark ausbrechen könnte, dass er sich komplett von der Insel löst und einen Tsunami zur Folge hat.



Hier kann man sehen, wie die gesamte Insel seismologisch überwacht wird.
Ziemlich spannendes Thema.



Auf der Heimfahrt..



Auch die Sonne ist mal müde und legt sich bald schlafen. 🌅😅



Das Abendessen war optisch wieder toll angerichtet, allerdings gab es Fisch mit Fisch und Fisch.
Für mich also nur der nicht-fischige Teil. Der war lecker. Kochen können die Franzosen halt.





Den Snapper hat dann jemand anderes bekommen und sich darüber sehr gefreut. 



Noch ein Nachtisch..



Und der Gecko bewacht meine Hotelzimmertür.
Dann kann ja nichts schief gehen. 🤪🦎



Interessant ist noch, dass La Réunion einen von vier möglichen Abflughäfen in Richtung Antarktis hat. Frachtmaschinen starten von hier in die Antarktis. Die anderen Stellen sind Ushuaia in Südamerika, Kapstadt in Südafrika und Perth in Australien. Möchte man also in die Antarktis fliegen, kann man dies von La Réunion aus.

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